Safty first - Flugplanungsseminar von A320 Kapitän

Salzburg Airport in grandioser Alpenkulisse

"Salzburg Turm: Delta Victor Golf, Start frei Piste 34,
"D-KLVG: Start frei Piste 34, Delta Victor Golf"
"Salzburg Turm: Delta Victor Golf Ihr Flugplan ist aktiviert, Guten Heimflug und schee dasts ihr da warts, Servus"
Für die Airline-Piloten Armin Müller (Kapitän auf A320/Fluglehrer im Verein) und Peter Nothofer (CJ200 Co) gehört ein Flug nach Flugplan und dessen Aufgabe zur Alltagsroutine. Die meisten ihrer Vereinskollegen beim LSV Gundelfingen benötigen diesen hingegen bei den wenigsten ihrer Flüge.
Schnell gerät der ein oder andere wichtige Punkt bei der Erstellung des Flightplans in Vergessenheit. Und als im Winter nun auch noch die Umstellung auf das elektronische VFR eBulletion kam, taten sich auch in der Flugvorbereitung neue Wege auf. Da beim Fliegen die Sicherheit immer an erster Stelle steht, hat die richtige Flugvorbereitung oberste Priorität. Das Angebot der beiden Vollprofis zu Saisonbeginn ein Flugplanungs-Seminar samt gemeinsamen Übungsflug, mit Flugplan-erstellung/aufgabe und entsprechender Flugvorbereitung, anzubieten, traf auf breite Begeisterung bei den aktiven Piloten. Der Refresherkurs mit den neuesten News der Flugvorbereitung war dann auch dem entsprechend schnell besetzt. Die Plätze in den Cockpits der Vereinsflieger für den Übungsflug waren heiß begehrt. Gerade nach der langen Winterpause ist ein Steckenflug wieder gut für die Flugpraxis. Als Ziel des Fluges am 27.04.2008 wurde Salzburg ausgewählt. So starteten also am Sonntagmorgen 6 Maschinen Richtung Österreich. Zuvor stand jedoch erst einmal das große Flugplanungs- und -vorbereitungsseminar am Samstag an.

Armin Müller beim Briefing am Samstag - Die Crews - Peter beim Planen der Route

Ausführliches Briefing am Samstag

Als sich am Samstagnachmittag gegen 14.00 Uhr rund 10 Piloten und Co´s im Gundelfinger Vereinsheim trafen, war die Stimmung prächtig. Armin Müller, der neben seinem A320 auch immer wieder eine Cessna 421 bei gewerblichen IFR - Flügen steuert, begrüßte alle seine Vereinskollegen. Zu Beginn des Briefings ging er auf das Ziel unseres Fluges ein. Als Zielflughafen wurde Salzburg gewählt. Die angenehme Flugdistanz von rund 1,5 Flugstunden, grandiose Alpenkulisse, Hangar 7 und einfach die Tatsache das es sich um einen "richtigen" internationalen Airport handelt, waren viele gute Gründen, die für eine Landung in LOWS sprachen. Armin erklärte alle Besonderheiten des Airports wie Anflugverfahren über Pflichtmeldepunkte, Rollwege, Follow-Me Fahrzeuge und und und. In rund 3,5 Stunden ging er auf professionellste Weise auf sämtliche Gegebenheiten für das Fliegen in Österreich ein. Er erklärte Wetterkarten, Flugplandaten, das neue VFR-eBulletion, Funkregeln, Treibstoffberechnungen und gab seinen "Flugschülern" ein gutes Gefühl für den tags darauf stattfindenden Flug.
Letztendlich verteilten sich 13 Teilnehmer auf sechs Flugzeuge. In den beiden Motormaschinen Robin DR400 und Bölkow Junior waren Peter und Armin vertreten. Die drei privaten Ultraleichts Remos G3, P-92 und Zephyr2000 waren voll besetzt und Bernd Menner pilotierte den Mose AV68 Samburo.

Die Bölkow Junior vor dem Abflug - Augsburg Airport - Zeppelin in Oberschleißheim - München

Flugvorbereitung

Die Flugvorbereitung an sich musste dann allerdings jeder Pilot/Crew selbst vornehmen. Der Flug war explizit nicht als Formationsflug angedacht. Jedes Flugzeug hat seinen eigenen "Pilot in Command, jeder fliegt für sich selbst", machte Peter Nothofer es noch einmal deutlich. Bei der Aufgabe der Flugpläne im Internet war Armin bei aufkommenden Fragen stets behilflich.
So mussten auch wir für den GME-Flieger unsere Flugroute festlegen, Treibstoffberechnungen usw. erledigen. Wir entschieden uns für die "Direkte - Route" über Augsburg-München-Chiemsee nach Salzburg. Die Flugpläne für Hin - und Rückflug wurden per Internet schnell und unkompliziert aufgegeben. Die Bestätigung der erfolgreichen Aufgabe kam kurze Zeit später per SMS. Rund zwei Stunden Flugzeit spuckte der Rechner bei den erwarteten 15kn Gegenwind am Ende aus. Laut Wetterbriefing über PC-Met sollten für den Sonntag beste Voraussetzungen sein. Rund 20 Grad und keine Wolke am Himmel, dazu Sichten weit jenseits der 40km. Nun waren alle Flieger bestens vorbereitet für den Flug in die Mozartstadt.

Alpenpanorama - München Messe - Chiemsee

Flug nach Salzburg

Am Sonntagmorgen trafen sich die Crews schon sehr früh am Gundelfinger Flugplatz. Der Start, welcher gestaffelt stattfinden sollte, war auf ca. 10.00 Uhr angesetzt. Die langsameren Maschinen (Mose, UL) hatten Startzeiten ab 9.30Uhr in ihren Flugplänen stehen. Die Jodel als schnellstes Flugzeug verließ als letztes deutschen Boden. Wie perfekt die Planung der Organisation und die fliegerische Leistung der Piloten auch hier war, zeigte sich bei der Landung in Salzburg, als alle Maschinen innerhalb von 10 Minuten auf der Runway 16 aussetzten. Da unser UL mit nur 130km/h zu den langsameren Maschinen gehörte, waren wir auch schon die Nummer zwei am Start. Direkt nach dem Start in EDMU ging es auf süd-ost Kurs Richtung Augsburg. Der Platz in der Fuggerstadt lag genau auf der Kursline und so wurde er in rund 4000 Fuß überflogen. Das nächste Leg führte uns vorbei an Dachau nach München. Hier war für uns VFR - Flieger nur ein ganz kleiner Korridor zwischen dem Luftraum D des Münchner Flugplatzes und dem Stadtgebiet zur Verfügung. Bei herrlichem Wetter und Sichten lag uns die Landeshauptstadt, mit den noch schneebedeckten Alpen im Hintergrund, zu Füßen. Vorbei am Deutschen Museum, samt Zeppelinstart in Schleißheim und der Allianz Arena war der nächsten Waypoint im Visier. Die A96 bildete die Auffangline bevor es in 3500 Fuß Reiseflughöhe zum Zielpunkt Chiemsee ging. In der Zwischenzeit wurde per "Quasselfrequenz" Kontakt zu den anderen Maschinen aufgenommen. Mit einem herzlichem "Guten Morgen" wurden die Mitflieger Hannes und Sonja in der P92 sowie Hans und Georg in der Remos, die vom Nachbarplatz Donauwörth - Genderkingen starteten, begrüßt. Nachdem wir den Chiemsee am nördlichen Ufer passierten mussten wir uns schon auf den Anflug in LOWS vorbereiten. Die Reiseflughöhe wurde verlassen, und es ging im Sinkflug auf den Einflugpunkt Teisendorf zu. Bei der Positionsmeldung 5 min. vor Teisendorf waren wir auf 2200 Fuß. Der Controller in Salzburg leitete uns nach erreichen von Teisendorf zum Einflugpunkt Whisky weiter, über diesen dann auch die anderen 5 Maschinen in die Kontrollzone einflogen. Die Platzrunde kann in der Kontrollzone selbst gewählt werden und so ging’s über die ersten Stadtteile Salzburgs ins Final auf die Runway 16. Die Landung auf der 2,5km langen Bahn war beeindruckend, wenn man doch sonst nur 480m Gras zur Verfügung hat.

Chiemsee - Die Alpen vor Salzburg - Bad Reichenhall

Anflug auf Salzburg - Final Approch Runway 16 - Landung der P92

Einsweiser von EinweisAir - Remos am GAT Apron - Samburo- Die Gundelfinger Flieger nach der Landung

Salzburg Airport / Hangar 7

Nachdem wir die Piste verlassen hatten, ging es direkt zum GAT (General Aviation Terminal). Der Follow me wartete schon am Rolhalt zum GAT und wies uns den Weg zur Parkposition. Nachdem alle Gundelfinger Maschinen ihre Motoren abgestellt hatten, versammelte man sich auf der Vorfeld in Österreich um mit dem LineTaxi zum Terminal zu fahren. Hier ging alles mit österreichischer Gemütlichkeit. Die nette Dame am Schalter handelte alle sechs Crews freundlich und locker. Ein weiterer Pluspunkt des Flugplatzes sind die Landegebühren. Mit unserem UL zahlten wir lediglich 22€ für Landung, Abstellgebühr und Bearbeitungsgebühr - tolle Preise für einen Internationaler Airport. Zu Fuß wanderten wir, unter der Landebahn hindurch, zum der Flying Bulls um das wohl imposanteste fliegende Museums Europa zu besuchen. Beim Mittagessen neben Alphajet und Cessna Caravan im Hangar7 Restaurant wurden die ersten Erfahrungen des Fluges ausgetauscht. Nach rund 3 Stunden in Salzburg machten wir uns wieder auf den Rückflug.

GAT Apron - Linienverkehr - Check In - Hangar 7

Rückflug

Der Sicherheitscheck am Airport war für alle ein ungewohnter aber recht amüsanter Vorgang. Mit dem LineTaxi zurück zur Maschine, und über die Taxiways gings zum Startpunkt auf der 34. Nach dem Abflug über die Pflichtmeldepunkte Teisendorf und Whisky wurde die Salzburger Kontrollzone wieder verlassen. Die Wege zurück nach EDMU waren dann verschieden. Während die Jodel den Bergen entlang der Heimat entgegen flog, gings für uns wieder direkt zurück. Über der Allianz Arena konnten wir gut die vielen Fans des FC Bayern sehen, die zum Spiel gegen den VFB Stuttgart ins Stadion pilgerten. (Bayern gewann mit 4:1) Nach rund 1,5 h waren wir dann auch schon wieder in der Platzrunde von EDMU. Vor der sichergestellten Landung schlossen wir noch den Flugplan über FIS München.

Robin DR400 und Zepyhr in Salzburg - Apron LOWS - Rollen zum Start auf der 34

Rollhalt 34 mit Hangar 7 - Chiemsee - Allianz Arena - Home sweet home Gundelfingen

Resümee beim gemeinsamen Bier

Am Ende des Tages waren alle Crews voller Stolz und sehr zufrieden. Das gemeinsame Bier hatten sich alle verdient. Jeder hat wieder viel neues dazugelernt, altes Wissen aufgefrischt und nach der langen Winterpause wieder Flugpraxis gesammelt. Es war ein wundervoller Flug bei bestem Wetter und für einige die erste Landung auf einem großen internationalen Airport überhaupt. Gewonnen wurde auf jeden Fall die Erkenntnis: Only the sky is the limit.

Die Erfrischung nach dem Flug - GME on board

Text: © Mathias Grägel
Bilder: © Charly & Mathias Grägel / GME-AirFoto 2008