Am 21.-22.07.2007 fand auf dem traditionsreichen Flugplatz Oberschleißheim das Oldtimer Fly-In der Flugwerft Oberschleißheim statt. Als Aussenstelle des Deutschen Museums München befinden sich am Flugplatz die Luftfahrthallen des wohl bedeutensten deutschen Museums.
Nach den tollen Tagen in Tannheim verbrachten wir den Sonntag Nachmittag dieses Wochenendes bei bestem Wetter im Münchner Norden um dem gemütlichen Treiben auf dem Vorfeld zuzusehen.

Ju 52

Fly-In

Obwohl das Wetter für die angereisten Oldtimer nicht gerade passend war, fanden sich trotzdem rund 25 fliegende Legenden in Oberschleißheim ein. Auch die Terminüberschneidung mit den Shows in Tannheim und Freiburg waren nicht gerade optimal. Das Motto hieß dementsprechend "Klasse statt Masse".
So waren die auf deutschen Flugtagen eher seltenen Flugzeuge, wie die Binder CP.301 Smaragd oder die Fairchild Argus 111 zu sehen. Weitere Teilnehmer auf dem Vorfeld waren die Yak52, Stearman, TigerMoth, Bücker Jungmann, Bo105, Wilga, Klemm 107, Super Puma. Heimspiel hatte Marwig Herzog mit seiner Waco, ebenso wie die Antonov A-2 von Paul Hoffmann.
Die Besucher konnten sich natürlich auch die Museumshallen in aller Ausführlichkeit ansehen.

Binder CP.301 Smaragd - Bölko 209 Monsum - Fairchild Argus - Waco

Das Luftfahrtmuseum am historischen Ort

- oder die Geschichte der Flugwerft und Flugplatz Oberschleißheim.
Nicht viele Flugplätze haben wohl so eine lange Tradition und Geschichte wie das Flugfeld vor den Toren Münchens.
Bereits 1912 starten die ersten Maschine für die Königlich-Bayerischen Fliegertruppen. Während des ersten Weltkrieges dann Standort einer Flieger-Ersatzabteilung, werden fliegendes Personal, Flugzeugführer, Beobachter und Bord-Schützen ausgebildet. Der Flugplatz wird durch zahlreiche Flugzeughallen, Unterkunfts- und Lehrgebäude erweitert. Gegen Kriegsende entsteht das Werftgebäude, das heute Kern des Museums ist. Zwischen 1922-1933 führen Luftverkehrsgesellschaften von Schleißheim aus planmässige Post- und Passagierflüge durch. Ab 1927 bildet die "Deutsche Verkehrsflieger-Schule" in Schleißheim Flugzeugführer aus.

Klemm 107 - Bo105 - Waco - Bücker Jungmann - Musiker

Die Zeit 1933-1945 stand ganz im Zeichen der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Hier erfolgte im Rahmen der Aufrüstung und zur Kriegsvorbereitung ein beschleunigter Ausbau zu einem "Fliegerhorst" der Luftwaffe. Weiterhin dient Schleißheim der Ausbildung: Jagdflieger und Zerstörerbesatzungen werden geschult, 1943 beginnt die Nachtjagd-Ausbildung. Allerdings wird der Flugplatz 1944 durch Bombenangriffe der Allierten fast vollständig zerstört.
Nach Kriegsende belegt die US Army den Platz. Bis 1968 sind auf der "Schleißheimer Army Air Base" amerikanische Transport-Hubschrauber stationiert. Nach der Gründung der Bundeswehr nutzen ab 1958 auch die Heeresflieger den Flugplatz. Sie werden erst 1981 verlegt, damit endet der militärische Flugbetrieb in Schleißheim. Genutzt wird der Flugplatz heute noch vom Bundesgrenzschutz und von einigen Flugsportvereinen.
Nach der Auflassung des Flugplatzes verfallen die historischen Gebäude aus der Anfangszeit der Fliegerei. Sie können aber erhalten werden und sind nach einer Restaurierung Kern der ersten Außenstelle des Deutschen Museums. Am 18. Sept. 1992 feierte die Flugwerft dann erfolgreich iheren Eröffnungstag.

Yak 52 - Puma - Antonov An2 - TigerMoth - Stearman

Junkers Ju 52 HB-HOS und HB-HOT

Ebenfalls zum Fly-In kam die Ju-Air aus Dübendorf bei Zürich, mit zwei ihrer insgesamt vier Ju-52. Beide Maschinen standen denn ganzen Tag im ununterbrochenen Rundflugeinsatz. Die 1939 bei Junkers gebauten Maschinen sind zwei der letzten originalen Ju-52 auf der Welt.
Insgesamt drei originale Maschinen hat die Ju – Air 1982, nach über 40 Jahren Dienst, von der Schweizer Luftwaffe übernommen (HB-HOP/HOT/HOS; ehemalige A-701/702/703). Alle Maschinen wurden noch vor dem Krieg bei Junkers gebaut und in die Schweiz geliefert. Sie verfügen noch über die originalen BMW 132 Sternmotoren mit je ca.660PS.
Die vierte Maschine der Ju - Air, die HB-HOY, wurde in Spanien als CASA 352L gebaut. Sie wurde 1997 restauriert, auf originale BMW umgerüstet und in Betrieb genommen.

Fazit

Das Wetter spielte am Sonntag Spätnachmittag doch noch mit und so konnten die vielen Besucher einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und strahlenden Sonnenschein erleben. Die beiden Musiker unterhielten die Leute mit exzellenter, passender Musik und man konnte dem gemütlichen Treiben auf dem Vorfeld in aller Ruhe zusehen. Auch uns hat der eher ruhigere Sonntagnachmittag nach den zwei sehr turbulenten Tagen bei Tannkosh sehr gut gefallen.

Text: © Mathias Grägel - www.flugwerft-schleißheim.de
Bilder: © Charly & Mathias Grägel / GME-AirFoto 2007