Airpower13 Zeltweg (A)


Die Kunst 300.000 Zuschauer zu begeistern

Die Airpower im steierischen Zeltweg hat sich mit einem Zweijahresrhythmus fest im Europäischen Airshowkalender etabliert. Auch in diesem Jahr waren das Interesse und der Zuschauerandrang zu einer der größten Luftfahrtveranstaltungen Europas ungebrochen. Mit über 300.000 Enthusiasten, Spottern und Besuchern an den beiden Veranstaltungstagen wurde auf den Fliegerhorst Hinterstoisser ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Nach jeweils langen Showtagen bei idealen Wetterbedingungen, teilweise mit Volksfestcharakter, trübte das unvermeidliche Verkehrschaos die Stimmung nur geringfügig.

airpower2013_55Nach den großen Erfolgen der Vorjahre waren die Erwartungen auch an die diesjährige Auflage der Airpower hoch. Die Airshow hat sich den Ruf als eine der Besten in Europa erarbeitet. Die Voraussetzungen waren aufgrund des gleichzeitig stattfinden Flugtages in Wittmund und kurzfristiger Absagen einiger Highlights (F-18 Hornet, SU-22, Patrouille de France) nicht gerade einfach für die Organisatoren rund um den Projektleiter Brigadier Karl Gruber, Chef der Luftstreitkräfte des Bundesheeres. Doch sein eingespieltes Team mit Display-Direktor OLT. Bernd Piff, assistiert durch Eurofighter Pilot Major Dieter Springer, und über 3.000 Soldaten sorgten bereits zum dritten Mal unter seiner Leitung für den perfekten Ablauf des Programms. Beindruckend hierbei wie es die Österreicher immer wieder schaffen, zwischen den einzelnen Punkten nie mehr als minütige Verzögerung zu erreichen. „Das war eine nahezu perfekte Airshow. Das Wichtigste ist: Alles ist sicher und präzise abgelaufen“, so Gruber. Zu den Highlights im Programm gehörten neben den vielen Raritäten aus der Flotte der Flying Bulls vor allem die F-16 Solo Displays aus Belgien/den Niederlanden, der Gripen, der heimische Eurofighter sowie die Darbietungen des Bundesheers. Den meisten Applaus ernteten die Kunstflugteams und während Patrouille Suisse und Turkish Stars schon zu den Stammgästen gezählt werden dürfen, waren vor allem die nur selten außerhalb Spaniens zusehenden Patrulla Águila ein Schmankerl in der Steiermark.
Vor allem am Samstag musste man dann beim Schlendern über das ausgedehnte Airpower – Gelände, mit vielen weiteren am Boden ausgestellten Fliegern, vorsichtig treten. Überall standen, saßen oder lagen fasziniert in den Himmel starrende Menschen aller Altersklassen. Oftmals gab es kein Durchkommen mehr. Ein Zustand der sich dann abends bei der Abreise auch auf den Straßen wiederholte. Besonders auf den nahe dem Fliegerhorst gelegenen Parkplätzen gab es Verzögerungen von zwei bis drei Stunden und mehr. Gegen das Verkehrschaos sei man laut Gruber jedoch machtlos. „Wegen der Airpower werden wir keine neue Autobahnabfahrt bekommen“ und auch der Gratis-Eintritt stehe nicht infrage: „Wir zeigen hier der Öffentlichkeit, was das Bundesheer leisten kann. Hier noch Geld zu verlangen, lässt sich schwer administrieren“, erklärte der Brigadier.
Was den Veranstalter, das österreichische Bundesheer, und seine Partner Red Bull und Land Steiermark besonders freute: Auch die mehr als 250 Piloten und Crews der rund 200 angereisten Fluggeräte aus über 20 Nationen sind Fans der AIRPOWER13. Von Land und Leuten ist Jan Slangen, Kommandant der Frecce Tricolori, begeistert: „Wir kommen immer wieder gerne nach Zeltweg. Denn das Publikum ist fantastisch und die Landschaft ist es auch.“ Die Italiener waren wieder die absoluten Publikumslieblinge und boten die mit Abstand beste Show. Nicht nur ihre Figuren am Steirer Himmel auch ihr Kommentator Andrea Soro übertraf vieles. Er kommentiert 35 Minuten in einem Mix aus Italienisch, Englisch und Deutsch, letzteres für die Zuschauer nicht bemerkbar nur nach Lautschrift. „Meine Damen uuund Erren. Halten Sie ihre Kamera bereit. Uuund Kliiiken JETZT!“, ruft er entzückt ins Mikrofon, die Stimmung ist auf dem Höhepunkt.
Von der Atmosphäre und der eindrucksvollen Leistungsschau des Bundesheeres war auch dessen einflussreichster Vertreter, Verteidigungs- und Sportminister Gerald Klug, beeindruckt. Sein Fazit nachdem er sich am Freitag vor Ort ein Bild machte: “Es wird keine längeren Pausen bis zur nächsten Airpower geben, ich kann mir durchaus vorstellen, dass es 2015 wieder eine erfolgreiche Airshow gibt.” Das Motto liegt auf der Hand: 60 Jahre Bundesheer. ▪

Text: © Mathias Grägel
Bilder: © Charly & Mathias Grägel / GME-AirFoto Juni 2013