Airpower16 Zeltweg


300.000 sagen: „Wir fliegen auf die AIRPOWER“

Das Motto der AIRPOWER16 lautete „Wir fliegen auf Österreich“. Doch Österreich flog auch auf die AIRPOWER: Bei perfektem Veranstaltungswetter strömten die Zuschauermassen am 2. und 3. September auf den Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg. Dort erlebten die Airshow-Fans jeweils neun fulminante Show-Stunden purer Flug-Action in der prächtigen Kulisse der Urlaubsregion Murtal. Zu den großen Highlights zählten unter anderem die Abfang- Demonstration mit zwei Eurofightern, eine Leistungsschau des Bundesheeres, spektakulären Darbietungen der Flying Bulls  und einige der besten Flugstaffeln Europas. Vom Fest für die ganze Familie profitierte auch die Region enorm.

Airpower16 Zeltweg

Fliegerhorst Hinterstoisser Zeltweg, Samstag 02.09.2016, 13.47 Uhr: Eine Lockheed C-130 Hercules, ein taktischer Militärtransporter mit 40 Metern Flügelspannweite und einem Maximalgewicht von 70 Tonnen, ist unerlaubt in den österreichischen Luftraum eingedrungen. Sofort steigen zwei Eurofighter des Überwachungsgeschwaders auf, unfassbar wendig und bis zu Mach 2 oder 2495 km/h schnell. Einer schiebt sich schräg neben die Hercules, der andere sichert von hinten ab. Gemeinsam zwingen sie die Hercules zur Landung – eine gefährliche Situation ist entschärft. Mit dieser und zahlreichen anderen Übungseinsätzen zeigte das Bundesheer bei der AIRPOWER16 in Zeltweg seine Leistungsfähigkeit und begeisterte damit an zwei Veranstaltungstagen wieder rund 300.000 Zuschauer. Etwa 240 Luftfahrzeuge aus 20 Nationen sorgten am Boden und in der Luft für ein abwechslungsreiches Programm, bei wie gewohnt freiem Eintritt. Möglich machten dies wieder die drei Veranstalter Österreichisches Bundesheer, Red Bull und das Land Steiermark. Alle drei wurden bei der Eröffung der Show um 9Uhr morgen in einer einzigartigen Formation aus einem Eurofighter des Bundesheeres zusammen mit einem AlphaJet der Flying Bulls und dem herzförmigen Steiermark Heißluftballon gewürdigt. Danach erlebten die Besucher in einem neun – stündigen Programm unzählige Highlights: zum Beispiel die „Historic Jet Formation“, einen gemeinsamen Überflug aller Düsenflugzeug-Typen (de Havilland Vampire, SAAB Tunnan, Fouga Magister, SAAB Draken, SAAB 105, F-5E Tiger II & Eurofighter Typhoon), die je beim Österreichischen Bundesheer im Einsatz waren; oder die spektakulären Kunstflugstaffeln wie Frecce Tricolori oder Patrouille de France.  Nicht verpassen durfte man die Flying Bulls mit Europas letzter flugfähiger Bristol 171 Sycamore in den Farben des Royal Air Force Air Support Command sowie mit der gemeinsamen Kunstflug-Formation ihrer unterschiedlichen Fluggeräte. Ein absolutes Highlight steuerte auch das Gastgeberland Steiermark bei: prachtvolles Wetter mit blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen.
Airpower16 Zeltweg„Bei der AIRPOWER konnte das Österreichische Bundesheer der Bevölkerung zeigen, was es für unser Land tut“, sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil bei seiner Eröffnungsansprache am Morgen und lobte die Bedeutung der AIRPOWER16 für die Steiermark: „Das Geld kommt als mehrfacher Faktor in die Region zurück. Die Veranstaltung ist ein Garant für wirtschaftliche Stabilität und Aufschwung, das Land Steiermark dabei ein verlässlicher Partner.“ Ähnlich äußerte sich auch Steiermarks Landesrat Christian Buchmann: „Jeder investierte Euro kommt 4,8-fach zurück. Die AIRPOWER ist ein riesiger Impuls für die Region und eine Möglichkeit, die Vielseitigkeit der Steiermark zu präsentieren.“ Allein die Wertschöpfung für den Tourismus ist enorm: „In der Region gab es  37%, in der Steiermark 12% zusätzliche Nächtigungen. Zusätzlich können sich steirische Unternehmen profilieren.“ Und auch das Bundesheer profitiert in Form unschätzbarer Trainingseffekte: „Die AIRPOWER16 ist eine riesige Übung unter Realbedingungen“, sagt Projektleiter Peter Schinnerl, Oberst des Generalstabsdienstes. „Was wir hier alles in Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden für unsere Einsätze trainieren und lernen können, wäre in keinem Manöver umsetzbar.“ Zum Erfolg der AIRPOWER16 trugen 4.000 Soldaten und 1.500 Zivilisten bei. Weiter war die AIRPOWER16 war auch die Bestgeschützte die es je gab. Für die Flugsicherheit wurde die AIRPOWER bereits zwei Mal als sicherste Airshow Europas ausgezeichnet, in diesem Jahr wurden auch die Kontrollen der Besucher verstärkt. Perfekt organisiert kam es trotz dieser zu keinerlei größeren Verzögerungen. Gleiches Bild auch bei der An- und Abreise, bei der die aus den Vorjahren gewohnt extrem langen Staus weitesgehend ausblieben. „Aus organisatorischer Sicht war diese AIRPOWER nicht nur als Airshow ein Erfolg. Wir taten alles dafür, um maximale Sicherheit zu garantieren. Unser Team war auch bei den Themen Sicherheit, Information, Krisenmanagement und Logistik gefordert und hat sich bestens bewährt. Wir konnten alle unsere militärischen Fähigkeiten am Land und in der Luft einsetzen und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so Schinnerl weiter. In der Luft begeisterten vor allem die Displays der beiden Eurofighter des Bundesheeres, die Saab Draken und Viggen, die Bristol 171 Sycamore & Mil Mi-35 und nicht zuletzt die Publikumslieblinge aus Italien, die Frecce Tricolori. Das beste Display lieferte für viele die Dassault Rafale der Armée de l’Air.
Die Popularität der Show ist ungebrochen, die Kulisse mit den Alpen rund um den Fliegerhorst einzigartig und die Organisation herrvoragend. Die Show erfüllte die Erweitungen, mit einem der stärksten Line-ups in 2016, voll und ganz. Dazu ist die AIRPOWER seit Jahren mehr als eine reine Airshow, die ausgelassene Volksfeststimmung kommt immer wieder auf. Zufrieden war auch Major Dietrich Springer, Display Director der AIRPOWER16, „Ich freue mich wirklich, dass wir unseren Besuchern eine so actionreiche Flugshow mit einzigartigen Vorführungen bieten konnten. Wir hatten dabei immer die Flugsicherheit im Auge und konnten zugleich ein rundes und spektakuläres Flugprogramm bieten. Da durften wir die Früchte einjähriger Vorbereitungsarbeit ernten. Mein persönliches Highlight war der Flug der historischen Flugstaffel, die wir exklusiv für die AIRPOWER16 zusammengestellt haben.“ Was nun DAS Highlight der AIRPOWER16 war, sah jeder Besucher ein bisschen anders. War es die von Springer bevorzugte „Historic Jet Formation“ aller Düsenflugzeug-Typen der Bundesheer-Geschichte? Die Kunstflug-Show der Frecce Tricolori? Das „Mini Tiger Meet“ im Static Display mit unterschiedlichen Fluggeräten in Tiger-Speziallackierungen? Die einzigartige Flotte der Flying Bulls, erstmals in der „Großen Formation“ mit Kunstflug-Elementen? Das phänomenale Duo – Display der beiden Eurofighter des Bundesheeres? In einem waren sich alle Besucher mit den Teilnehmern und den Veranstaltern einig: Die AIRPOWER16 war ein voller Erfolg! ■

Wie sich ein Pilot einer Kunstflugstaffel auf sein Programm vorbereitet und warum der Job nicht zu Ende ist, sobald er aus dem Flugzeug steigt: Mit Staffelkommandant Christophe Dubois am Puls der legendären Patrouille de France. Der Staffelkommandant im Interview über …
… die Beziehung des Piloten zu seinem Flugzeug
„Wir fliegen mit Alpha Jets, weil sie so stabil und gutmütig in der Luft liegen. Jeder von uns fliegt immer die gleiche Maschine. Wie sich die Maschine anfühlt, welche Rückmeldung sie in der Luft gibt, all das mag sich von Maschine zu Maschine zwar nur in Details unterscheiden. Trotzdem wäre ich am Anfang trotzdem komplett verloren, müsste ich mein Flugzeug mit dem eines anderen Piloten tauschen.“

… die Vorbereitung der Flugvorführung
„Jede Airshow beginnt damit, dass ich mir alle Referenzpunkte am Boden einpräge.“ (Öffnet auf seinem Smartphone Google Earth und zoomt Zeltweg groß.) „Ich lerne alles auswendig bis jedes Detail vor meinem geistigen Auge lebendig wird. Diese Straße. Dieser Berg. Die Achsen, die Landebahnen. Ich stelle mir vor, welches Manöver wo beginnen und enden muss. Dann kommt das Wetterbriefing. Jetzt berechne ich noch die Windrichtungen ein und korrigiere die eine oder andere Fluglinie.“

… die letzten 75 Minuten vor dem Start
„Eineinviertel Stunden vor unserem Auftritt darf uns keiner mehr ansprechen. Wir setzen uns hin, schließen die Augen und gehen in Echtzeit Manöver für Manöver durch, 34 Minuten lang, mit Musik und mit allen Kommandos. Erst jetzt sind wir bereit, in unsere Cockpits zu steigen.“   

… die hochkonzentrierte Arbeit im Cockpit
„Das Anstrengendste ist die Zeit vor dem Start: Wir haben erst in der Luft Aircondition, bis dahin kann es im Cockpit ganz schön heiß werden. Sobald wir in der Luft sind, könnten wir unser Programm mit verbundenen Augen bestreiten. Ich dirigiere meine Kameraden per Funk wie ein Dirigent. Nur so können wir jede Bewegung völlig synchron ausführen.“

… die Nachbereitung jeder Show
„Wenn wir mit unserer Leistung unzufrieden waren, treffen wir uns gleich nach dem Aussteigen direkt am Rollfeld bei einem der Flugzeuge. Dann gibt es meistens Autogrammstunden und das De-Briefing. Dort analysieren wir das Video des Tages – denn wir haben einen Kameramann dabei, damit wir aus unseren Fehlern lernen können.

Text: © Mathias Grägel – AIRPOWER16 & Bundesheer
Bilder: © Mathias Grägel / GME-AirFoto GbR im September 2016