JG 74 - Neuburg Donau
Es ist ein ganz normaler Donnerstag für die Männer von Jagdgeschwader 74 in Neuburg Donau. Als wir am 07.02.2008 gegen 8.45 Uhr unseren Besuch am Flugplatz in Zell beginnen, donnert schon eine einzelne F-4 Phantom über die Bahn und steigt mit den legendären Rauchfahnen, die noch von weitem zu sehen sind, in den trüben Himmel. Kurz danach ist es wieder ruhig. Zu dieser Zeit sind erst zwei PKW´s am Zaun in Zell. Der Platz liegt noch in leichtem Hochnebel und die Ruhe lässt nicht vermuteten das hier Militärjets fliegen. Doch es ist die Ruhe vor dem Sturm. Immer mehr Spotter, Mütter mit ihren Kindern oder einfach Menschen die von den Flugzeugen begeistert sind, treffen sich im Anflug auf die Runway 09. Die Flieger aus Neuburg begeistern Jung und Alt. Mit Vorfreude warten alle gemeinsam auf die ersten Jets. Plötzlich kann man die ersten Turbinengeräusche hören. Aufregung bei allen wartenden. Während die einen noch Rätseln ob F-4 oder Eurofighter aus den Sheltern rollen, weiß das geübte Ohr schon längst das sich Eurofighter zum Flug bereit machen. Als die Jet´s dann starten und mit unglaublicher Steigleistung in den Himmel ziehen, ist den Spottern die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Den ganzen Tag über fliegen die alten F-4 (Phlyout Juni 2008) mit den neuen Eurofightern nun ihre Einsätze. Da sich das Geschwader zurzeit in der Umrüstungsphase befindet kann man gleich zwei Flugzeuge mit dem JG74 Patch sehen. Und auch einige Tornados sowie eine Mirage 2000 fanden sich an diesem Tag in Zell ein. Als wir den Flugplatz am Nachmittag wieder verließen, waren wir nicht die einzigen die einen tollen Tag in Neuburg erlebten.
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Aufgaben des JG 74
Der Luftraum über Deutschland wird, auch im Frieden, im Auftrag der NATO durch die Luftwaffe geschützt. Hierzu stellt das Jagdgeschwader 74 an 365 Tagen im Jahr zwei Jagdflugzeuge, deren Besatzungen und dazugehörige Techniker Dienst in einer 24-Stunden-Schicht verrichten. Desweiteren hat das JG 74 folgende Einsatzaufgaben:
- Herstellen der Luftüberlegenheit – bekämpfen gegnerischer Kampfflugzeuge zur Erlangung der Kontrolle des Luftraums.
- Eskorte eigener Flugzeuge – Schutz im Einsatz befindlicher Flugzeuge gegen angreifende Jagdflugzeuge
- Patrouillenflüge – Kontrolle des Luftraums durch Präsenz eigener Jagdflugzeuge
Phamous Phantom Phlyers
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JG 74/1 Die Falken - Staffel
Das JG 74 ist in zwei Jagdstaffeln unterteilt. Die 1.Staffel trägt den Namen "Die Falken". Der Name stammt vom ersten Kommodore eines deutschen Nachtjagdgeschwaders, Oberst Wolfgang Falck, und wurde 1961 als erste Allwetterstaffel der NATO unterstellt. Nach der erflogreichen Umrüstung auf den Eurofighter sollen beide Staffeln mit je 17 Piloten ausgerüstet werden.
JG 74/2 Zapata´s
Etwas ungewöhnlicher ist hingegen die Geschichte des Namens der zweiten Staffel – "Zapata". 1961 beeindruckten Piloten dieser Squadron Berater der amerikanischen Luftwaffe derart, dass diese verblüfft äußerten, "die fliegen wilder als die Mexican Air Force". Hintergrund: Zwei Rotten der Staffel waren bereits in der Luft, noch bevor das eigentliche Einsatzbriefing überhaupt stattgefunden hatte. Durch den mexikanischen Militärattaché wurde der Staffel wenig später ganz offiziell der Name "Zapata" verliehen – in Erinnerung an den mexikanischen Freiheitskämpfer Emiliano Zapata.
Während unseres Besuches fand die offizielle Staffelübergabe der Zapata´s statt. Aus diesem Grund traff auch extra eine Mirage 2000C aus Cambrai / Frankreich ein. Aber auch wir sind mit den Zapata´s enger verbunden als mit den "Hühnchen" der ersten. Denn getreu nach dem Motto einmal Zapata - immer Zapata, haben wir mit Charly einen echten Zapata im Team. Viva Zapata!
Eurofighter
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Text: © Mathias Grägel / mit freundlicher Unterstützung der Luftwaffe
Bilder: © Mathias Grägel / GME-AirFoto 2008



















