Übergabe des militärischen SAR-Dienstes von der Luftwaffe an das Heer


Bundeswehrreform nimmt Gestalt an

Am 19. Dezember 2012 ging nach über 40 Jahren eine Ära bei der Luftwaffe zu Ende. Als Teil des „Fähigkeitstransfers Hubschrauber“ der Bundeswehrreform wurde im Rahmen eines feierlichen Appells beim LTG61 in Landsberg/Penzing der militärische Such- und Rettungsdienst an das Heer übergeben. Damit endet auch die Zeit der Bell UH-1D bei der Luftwaffe, die ebenfalls die Teilstreitkraft wechselt. Ferner wurde die zweite Fliegende-Staffel des LTG 61 aufgelöst.

sar_uebergabe_landsberg2012_01Auf Grund der im Oktober 2011 beschlossenen Bundeswehrreform und des daraus resultierenden „Fähigkeitstransfer Hubschrauber“ kam es in 2012 zu gravierenden Änderungen bei der Fliegenden Truppe. Dieser sogenannte „Fähigkeitstransfer Hubschrauber“ wurde durch den Bundesminister der Verteidigung, Thomas de Maizière, entschieden und beinhaltet eine Bündelung der Fähigkeiten zum strategischen und operativen Lufttransport in der Luftwaffe, bei gleichzeitiger Zusammenführung der Kräfte für den leichten taktischen Lufttransport, einschließlich der Aufgabe „Such- und Rettungsdienstes für Notfälle in der Luftfahrt“ beim Heer. Die Entscheidung beruht auf der Basis einer gemeinsamen Empfehlung der Inspekteure von Luftwaffe und des Heeres.
Der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Peter Schelzig, traf am 19. Dezember 2012 auf dem Fliegerhorst im bayrischen Penzig ein, um bei einem feierlichen Appell die Auflösung der 2. Fliegende-Staffel des LTG 61 und die Übergabe des SAR-Auftrag an das Heer zu vollziehen. Hierzu traten Abordnungen des Heeres und der Luftwaffe, sowie eine Ehrenformation und das Musikkorps der Bundeswehr an um diesen weiteren Schritt zur Umsetzung der Bundeswehrreform zu vollziehen. Nach dem Abschreiten der Formation, lobte Generalleutnant Schelzig in seiner Rede den Einsatz, den die SAR-Rettungsstaffeln erbracht haben und machte noch einmal deutlich, dass ein Meilenstein in der Luftwaffe erreicht sei um im Rahmen der Neuausrichtung die Fähigkeiten und Ressourcen neu zu konzentrieren. Mit einem obligatorischen Handschlag übergab Schelzig darauf den SAR-Auftrag sowie die Hubschrauber an Brigadegeneral Reinhard Wolski, General der Heeresfliegertruppe.
Anschließend folgte der Überflug einer Ehrenformation von drei SAR-Maschinen, wobei ein Hubschrauber eine speziell für diesen Anlass aufwendig gestaltete Sonderlackierung trug.

Sonderlackierte Bell UH-1D 70+88

In insgesamt 240 Arbeitsstunden und wochenlanger Detailarbeit, abgeleistet durch vier Soldaten, wurde die Huey aufwendig gestaltet. Die Idee und das Design hierfür, stammt von Hauptmann Markus Zierlein aus der 2./Fliegenden Staffel des LTG61. Bevor jedoch unter der Federführung von Hauptfeldwebel Christian Waldinger die Lackierung durch das Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik (SysZLfzT) in Erding aufgebracht werden konnte, musste die Maschine angeschliffen, gewaschen und grundiert werden. An den Seiten der UH-1D wurde die klassische leuchtorangene „SAR“ – Seitentür der UH-1D mit einer per Airbrush aufgetragenen Szene umrahmt. Zu sehen sind die drei Wappentiere / Symbole der drei verbleibenden SAR-Kommandos in Hohn (Seeadler & Leuchtturm für die Seenotrettung), Penzing (Steinadler und Schloss Neuschwanstein für die bayerische Heimat des LTG 61 und die Gebirgsrettung) und Holzdorf (Eisvogel für das ehemalige HTG 64 Ahlhorn) darstellen. Des Weiteren wurden am Heckleitwerk die UH-1D Einheiten von Luftwaffe und Herr abgebildet. An den Türen wurden in feiner Detailarbeit das Meer der Nordsee im Norden und die Berge der Alpen im Süden der Republik dargestellt, welche die Einsatzgebiete der SAR Kommandos über ganz Deutschland darstellen sollen.

Flieger Revue 03/2013 & Flug Revue 03/2013 & AirForces Monthly April 2013 Issue

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Ein ganz herzlicher Dank an die entsprechenden Beteiligten des LTG61, speziell der Presse – und Öffentlichkeitsarbeit LTG61, sowie dem Leiter der Informationsarbeit / Kommando 1. Luftwaffendivision Hauptmann Jensvold für die Unterstützung bei der Realisierung diese Artikels.

Text: © Mathias Grägel
Bilder: © Mathias Grägel / GME-AirFoto Dezember 2012 & Januar 2013