Aero Friedrichshafen


Die AERO Friedrichshafen bietet ein „maßgeschneidertes Branchenmeeting“

Friedrichshafen – Blauer Himmel, Wind Nordost, ideale Flugbedingungen für Piloten und Passagiere, die auf dem Luftweg zur Messe kommen. Hochbetrieb am Bodensee Airport: Die Internationale Luftfahrtmesse meldet eine gute Landung: Mit 30.800 Besuchern (33.900 im Vorjahr) ging die AERO 2016 für Aussteller und Publikum am Samstag nach vier Messetagen mit einem guten Ergebnis zu Ende. Insgesamt 606 Unternehmen aus der ganzen Welt waren am Start. Die Allgemeine Luftfahrt war mit ein- und mehrmotorigen Motorflugzeugen, Hubschraubern, Gyrocoptern, Turboprops und mehrstrahligen Jets gut vertreten. Drohnen, neue Flugmotoren und Bordelektronik, Zubehör oder Dienstleistungen rund ums Fliegen sowie Angebote der Flugschulen sorgten für ein umfassendes fachliches Angebot. Nach vier Messetagen zogen Messechef Klaus Wellmann und AERO-Projektleiter Roland Bosch ein erfreuliches Fazit: „Ein maßgeschneidertes Branchenmeeting für alle, die den Traum vom Fliegen nicht nur intensiv leben, sondern auch Flugzeuge, Bordelektronik und Zubehör verkaufen und damit gute Geschäfte machen.“

Aero 2016Im Vorfeld der Internationalen Luftfahrtmesse sorgte eine gute Ausgangslage in der Branche der Allgemeinen Luftfahrt für positive Stimmung bei den Luftfahrtunternehmen. „Die hohe Erwartungshaltung, mit der unsere Kunden nach Friedrichshafen gekommen sind, wurde auf der AERO sogar noch übertroffen“, freute sich Roland Bosch und zog ein positives Fazit zum Messeabschluss. Im Bereich der Geschäftsreiseflugzeuge, bei den Herstellern sowie Händlern von Ultraleicht-Maschinen und Hubschraubern wurden gute Geschäftsabschlüsse vermeldet.
Der Elektroantrieb ist im Steigflug und gibt der Allgemeinen Luftfahrt neuen Schub. Auch dies ist ein erfreuliches Fazit der Aussteller, die auf den alternativen Antrieb in der Luftfahrt setzen und damit am Bodensee beim Fachpublikum punkten konnten.
Einen Schwerpunkt innerhalb der Allgemeinen Luftfahrt stellen die Ultraleichtflugzeuge auf der AERO dar. Das sind ein- oder zweisitzige Propeller-Flugzeuge, die maximal 472 Kilogramm wiegen dürfen und leise sowie sparsam im Verbrauch sind. Ein neues Flugzeug in dieser Klasse stellt die Firma Bücker und Funk aus Speyer vor. Ihr zweisitziger Hochdecker mit dem Namen FK 139 Clubmann wird von einem 130 PS starken Sternmotor angetrieben und ist im Retro-Design gestaltet. Anders als der nostalgische Look suggeriert, ist dieses Ultraleichtflugzeug aber mit einem modernen Fallschirm-Rettungssystem ausgestattet. Gerät der Pilot in Not oder kollidiert er mit einer anderen Maschine, kann er dieses auslösen. Das komplette Flugzeug schwebt dann am Fallschirm hängend zu Boden. Auch die Einwicklung von Elektroflugzeugen nimmt immer mehr Fahrt auf, wie auf der AERO 2016 erkennbar wurde. Die Siemens AG stellt am Bodensee in Zusammenarbeit mit dem slowenischen Flugzeugbauer Pipistrel sowie den Universitäten Maribor und Pisa das Projekt Hypstair, ein Hybrid-Triebwerk für kleinere Propellerflugzeuge vor. Herzstück ist ein neuartiger Siemens-Elektromotor. Ein weiteres ungewöhnliches Projekt ist eine Kooperation der Siemens AG mit dem nordrhein-westfälischen Unternehmen Extra Flugzeugproduktions GmbH zur Erprobung des elektrisch angetriebenen Kunstflugzeug vom Typ Extra 330. Erstmals ist in diesem zweisitzigen Hochleistungskunstflugzeug ein Siemens-Elektromotor eingebaut.
Die Firma Rheinland Air Service als deutscher Vertriebs-Partner für die Business-Jets von Honda in Deutschland stellt einen neuen Zweistrahler auf der AERO vor. Der Honda-Jet für etwa vier bis sechs Passagiere unterscheidet sich von allen anderen leichten Business-Jets dadurch, dass seine Triebwerke auf der Tragfläche sitzen. Die ungewöhnliche Position der beiden Turbinen auf dem Flügel soll das Geräusch für die Passagiere reduzieren sowie einen günstigeren Treibstoffverbrauch und hohe Geschwindigkeit ermöglichen. Der Honda-Jet ist seit Jahresende 2015 zugelassen, die ersten Serienflugzeuge wurden bereits an Kunden übergeben. Ein weiteres Businessflugzeug, das ein reines Arbeitsflugzeug ist, ist die Quest Kodiak. Die robuste Maschine kann auf Gras-, Schotter- und Buschpisten landen und wird von einer kräftigen 750 PS starken Propellerturbine angetrieben.
Das AERO-Team setzte neue Impulse für den Nachwuchs, der vom Fliegen träumt und den Pilotenschein im Blick hat. „Die AERO muss die Sicht aus dem Cockpit darstellen und zeigen, wie faszinierend das Thema Fliegen ist“, bekräftigt Roland Bosch das Ziel, neben den gestandenen Piloten mit guten fachlichen Angeboten auch die Einsteiger anzusprechen.

Peter Funk, Geschäftsführer Bücker & Funk GmbH:
„Wir können zum Abschluss der Luftfahrtmesse eine gute Bilanz ziehen. Das Interesse an unseren neuen Flugzeugen war extrem stark und lässt uns auf ein gutes Geschäft hoffen. Wir haben konkrete Anfragen aus Spanien und Griechenland und sind überzeugt, dass wir unsere Flugzeuge auch verkaufen werden. Die Frequenz auf unserem Stand war erfreulich hoch.“
Trevor Pegrum, Sales & Marketing Manager Garmin:
„Wir sind mit dem Verlauf der AERO 2016 sehr zufrieden und haben auf unserem Stand einen großen Andrang verzeichnet. Das Interesse an unseren Produkten war außerordentlich hoch. Ein großes Kompliment geht auch an das Messeteam, das einen guten Job gemacht hat.“ ■

Die nächste AERO 2017
Die nächste AERO findet vom 05. bis 08. April 2017 auf dem Messegelände in Friedrichshafen statt. Weitere Informationen unter: www.aero-expo.com

Text: Mathias Grägel / Messe Friedrichshafen
Fotografie: Karlheinz Grägel
GME-AirFoto Mai 2016