Duxford - Feeling auf Alb;

Oldtimerfliegertreffen Hahnweide 2009

oder: "Augenweide, Ohrenweide, Hahnweide!"
Denn besser konnte man die 15. Ausgabe des Oldtimerfliegertreffens auf der Hahnweide nicht zusammenfassen. Moderator Jochen Fries kreierte den Slogan beim phänomenalen Anblick von B-17, P51 oder Bf109 mit passender Geräuschkulisse aus Curtiss-Wright R-1820, Merlin und DB605. Vier Tage lang tummelten sich Oldtimerflieger aller Arten und Klassen, von der Bleriot XI über TigerMoth bis zur Ju52, bei wirklich allen vorstellbaren Wetterlagen am Fuße der Teck. Rund 300 Flugzeuge und ca. 50.000 Besucher machten die Hahnweide wieder zum grandiosen Mekka der Szene in ganz Europa.

Hahnweide09 - FW190 - Hawker Fury - Nightflightline

Donnerstag / Freitag - Arrival

Der Freitag als eigentlicher Arrival - Day brachte, wie schon vor zwei Jahren vor allem Regen, Wind und Kälte auf die Hahnweide. Das erste Highlight des Wochenendes, die geplante Formation von sechs Ju52, fiel leider wieder diesen widrigen Bedingungen zum Opfer. Die vier Schweizer Ju-Air Maschinen überflogen die Hahnweide trotz Niederschlag und schlechtester Sicht in perfekter Formation - eine starke Leistung der schweizer Fliegerkollegen. Bereits am Donnerstag trafen schon die ersten Schätze auf der Hahnweide ein und Klaus Lehnhart begeisterte an beiden Tagen mit Aerobatic vom feinsten auf seiner fabrikneuen Leki Extra 330SC "Triggershark".
Donnerstag: Leki Extra - Yak11 / Freitag: Ju52 Formation - Ankünfte Li2 - Rekordkulisse bereits am Freitag

Samstag

Bereits früh an diesem Samstag wurden die begehrtesten Plätze in den ersten Reihen von den unzähligen, begeisterten Zuschauer aus ganz Europa besetzt. Nach dem traditionellen Gang durch die am morgen für alle Besucher zugängliche Flightline begann das Warten. Das Warten auf die Stars aus La Ferte Alais. Ein etwas längeres Warten sollte es werden, die alten Diven hatten sich einen ihnen angemessenen Auftritt gegönnt. Ursprünglich für Freitag, dann für ca. 11Uhr am Samstag geplant, verschob sich die Ankunft der französischen Warbird - Collection stündlich - das leidige Wetter brachte den Flugplan durcheinander. Jede neue Info von Moderator Jörg Lohmann bzgl. der Ankunft wurde dann von den gespannt Wartenden eingesaugt, wie der Duft der alten Flieger. Dann ein erster Lichtblick gegen Mittag, als zum ersten Mal an diesem Wochenende der Klang von vier Curtiss-Wright R-1820 über dem Segelfluggelände ertönte. Die B-17 Flying Fortress "Pink Lady" schwebt majestätisch zum Überflug ein, bevor sie dann, ebenfalls aus La Ferte Alais kommend, in Stuttgart zur Landung ansetzte. Während das Flugprogramm begann, trudeln Peter Teichmann mit der Hurricane aus England, die Avenger und die Fury ein. Gegen 14.30 Uhr dann plötzlich die ersten Aufschreie. Die Blicke wanderten Richtung Süden, irgendwo am Horizont wollen manche vier kleine Punkte gesichtet haben. Anspannung. Sind Sie es wirklich?? Unser Alderauge im Team schreit auch auf. Dann bin auch ich mir sicher, den er irrt sich auch dieses mal nicht. Ja, Sie sind es!! "Sie", das ist eine wohl einmalige Formation gebildet aus FW190, Spitfire Mk XIX, Skyraider und P-40, angeführt von Marc Mathis. Als der "Zirkus Mathis" dann in loser Formation im Tiefflug über die Hahnweide donnert blicken tausende mit offenen Mündern gen Himmel. Auch Jörgs Stimme wird immer lauter und die Soundanlage wird fast überflüssig, so emotional mitreisend schildert er, was alle kaum fassen können. Diese Flugzeuge in dieser Formation mit diesem Sound. Das ganz besondere, einmalige Flair der Hahnweide, welches alle immer wieder hierher pilgern lässt. Das gespannte Warten hat sich gelohnt.
Nach der Landung ist vor allem die FW190 erst einmal umringt - die Piloten werden gefeiert wie Popstars. Und wer glaubt, das war schon alles, der irrt. Die Jungs setzten sogar noch eins Drauf!! Der Zirkus Mathis wird um die B-17 und Me109 ergänzt und so sind am frühen Abend bei herrlichem Lichtspiel für eine komplette, halbe Stunde fast alle namhaften Warbird des WWII in nachgestellten Dogfights am Himmel über der Alb zu sehen. Sie liefern ein Spektakel, das seinesgleichen sucht. Man sieht richtig wie viel Spaß es den Piloten macht.

Cessna 195 - B17 Flying Fortress "Pink Lady" - Ankunft Warbirds / FW190 - Belagerte Stars

Minimoa - Stearman- Eichhorn Displays - Beech18 - T6

Messerschmitt Bf109 - Ju52 - P51 und Skyraider Sunset Display

Flightline by night Hahnweide Nächte, oder Flieger

Den Samstag beschließen die P-51 Mustang, wieder mit Marc Mathis am Knüppel, und die Skyraider mit einem Doppeldisplay vor herrlicher Sunsetstimmung. Als im letzten Licht dann die Motoren verstummen, wird die Nacht auf der Hahnweide zum Tage. Mit einem intensiven technischen und arbeitszeitlichem Aufwand wurde die schon in 2007 erstmals präsentierte beleuchtete Nachtflightline, dieses mal zu einer Licht-/Musikshow ausgebaut. Mit dieser einmalige Kulisse im Hintergrund begannen dann am Freitag und Samstag grandiose Fliegerparty´s in den Hallen der Fliegergruppen, die alle erst in den Morgenstunden endeten, als die ersten neuen Besucher schon wieder die Flightline entlang schlenderten.

Samstag / Sonntag = Showtage

"There will be sunshine after rain, why worry" - der Song der Dire Straits passte zum Wochenende. Nach dem nassen Freitag gab es am Samstagnachmittag und Sonntag perfekte Bedingungen und eine tolle Airshow. Neben den Warbirds war das Programm wieder reich an Highlights. Dem schon fast zum Hahnweide Inventar gehörenden Urgesteinen wie den Eichhorns (T-6 Duo + L-29Jet) oder Mikael Carlson mit der Bleriot XI folgten tolle Hahnweide Premieren wie z.b. die Grumman Avenger aus der Schweiz oder die Hawker Fury (Fury ISS20, EX - Iraqi Air Force - keine Seafury). Zahlreiche Pipers, Doppeldecker und Segler gaben den nötigen Kontrast zu den Warbirds und dem Treffen erst das eigentliche Flair. Mit der Polikarpow I-16 Rata brachte Thomas Jülch eine wahre Rarität nach Kirchheim. Nur noch drei, des extravaganten russischen Jägers sind in flugfähigen Zustand.
Gegen 18 Uhr wurde dann das Programm durch P51/A4 beendete. Aus einer Slingsby heraus wurde das 15. Oldtimertreffen Hahnweide 2009 mit einer Trompete "abgeblasen" und die vielen Zuschauer machten sich zutiefst begeistert von der Faszination Fliegen auf dem Heimweg.

Polikarpow I16 Rata - Yak18 - Tiger Moth - Tanken - Hawker Hurricane

Bölkow 208C Junior - Cockpit Morane - Junkers Ju52 - SF260 Marchetti

Zirkus Mathis: Spitfire & Pilot Eric Goujon - Formation mit FW190 - FW190 - P40 Kittyhawk

B17 Flyingfort - B25 Mitchell - Grumman "AVENGER" TBM3 R - I16 Rata - Hawker Fury

Fazit

Das Treffen 2009 übertraf alle Vorstellungen und war wohl mit die beste "Hahnweide" aller Zeiten - da waren sich Zuschauer, Pressevertreter, Helfer und nicht zuletzt die teilnehmenden Piloten gleichermaßen einig.
Unser Dank geht an Hans Puskeiler und seinem Orgateam, dem Presseteam Rainer Rauch / Hansi Merath und den vielen freiwilligen Helfer die das Event in dieser Größenordnung überhaupt erst möglich machen. Danke!
Auch wenn es sehr schwer sein wird die 15. Ausgabe des Oldtimertreffens noch zu topen; nicht nur wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Hahnweide. Anfang September 2011 steigt das nächste Treffen auf der Alb und Hans wird mit seinem Team sicher wieder die ein oder andere Überraschung liefern.

Impressionen

Hahnweide Sonntag Nachmittag - Flightline - Speaker: Dirk & Jörg Lohmann Jochen Fries - Team GME-AirFoto / Airshow Magazin - See you 2011

Text: © Mathias Grägel
Bilder: © Charly & Mathias Grägel / GME-AirFoto September 2009